Ein Großprojekt im laufenden Verkehr
An den Hafenbrücken in Nürnberg wächst eines der größten Infrastrukturprojekte der Stadt. Der Ort ist stark befahren, technisch anspruchsvoll und für die Region von hoher Bedeutung. Hier kreuzen sich zentrale Verkehrsströme. Der Frankenschnellweg, die Hafenstraße, die Südwesttangente und der Main-Donau-Kanal treffen in einem engen und hoch belasteten Raum aufeinander. Die Stadt Nürnberg beziffert das Projekt aktuell mit rund 347,5 Millionen Euro. Die Gesamtfertigstellung ist nach heutigem Stand für Ende 2029 vorgesehen.
Die bestehenden Hafenbrücken stammen aus den 1970er-Jahren. Ihr baulicher Zustand macht einen Ersatzneubau erforderlich. Gleichzeitig geht es bei diesem Vorhaben um weit mehr als um den reinen Brückenersatz. Die Maßnahme muss Verkehr, Schifffahrt, Sicherheit, Bauablauf und Stadtraum in Einklang bringen. Genau an dieser Stelle zeigt sich, wie entscheidend eine präzise Bauoberleitung und eine eng geführte Bauüberwachung für den Erfolg eines solchen Projekts sind.

Bauen unter laufender Belastung
Die besondere Herausforderung liegt in der Lage des Bauwerks. Während gebaut wird, muss das Umfeld weiter funktionieren. Der Verkehr läuft weiter, wenn auch eingeschränkt. Der Kanal bleibt ein sensibler Bereich. Fuß- und Radwege, Umfahrungen, Arbeitsräume und Sicherheitszonen müssen sauber aufeinander abgestimmt werden. Schon im Herbst 2023 wurden Behelfsbrücken für die Hafenstraße errichtet. Sie sichern während der Bauzeit die Querung über Kanal und Südwesttangente. Bis Herbst 2026 entstehen die Umfahrungen und Anschlüsse an die bestehende Verkehrsführung. Erst danach beginnen die Hauptarbeiten für den Neubau der Hafenbrücken in ihrer vollen Breite.
Für uns CONFIDO Ingenieure liegt genau hier der Kern der Aufgabe. Bauoberleitung und Bauüberwachung bedeuten in einem Projekt wie diesem nicht nur Kontrolle auf der Baustelle. Es geht um das präzise Zusammenspiel vieler Einzelschritte. Termine, Verkehrsphasen, Sicherungsmaßnahmen, technische Randbedingungen und die Qualität der Ausführung greifen eng ineinander. Jeder Bauzustand muss tragfähig sein. Jeder Eingriff in die Verkehrsführung braucht Vorbereitung. Jede Schnittstelle muss klar koordiniert werden.
Der Zwischenstand: sichtbar, komplex, anspruchsvoll
Der aktuelle Baufortschritt zeigt, dass das Projekt in einer intensiven und zugleich sensiblen Phase angekommen ist. Der Neubau der Frankenschnellwegbrücke läuft bereits seit Ende 2024. Der nördliche Brückenteil wurde im Sommer 2025 abgebrochen. Die Fertigstellung des ersten neuen Brückenteils ist für August 2027 vorgesehen. Danach folgt der Abbruch und Neubau der zweiten Hälfte.
Schon der Rückbau macht deutlich, in welcher Größenordnung hier gearbeitet wird. Anfang April 2025 wurde ein rund 55 Meter langes und etwa 18 Meter breites Teilstück der bestehenden Brücke über den Main-Donau-Kanal ausgebaut, auf eine Schwimmplattform abgelassen und an das Ufer transportiert. Solche Eingriffe verlangen genaue Taktung, sichere Abläufe und belastbare Abstimmung mit allen Beteiligten. Wind, Lasten, Hebevorgänge und Transportwege müssen in jeder Phase kontrollierbar bleiben.
Die neue Frankenschnellweg-Brücke wird als Stahlverbundbrücke mit einer Gesamtlänge von rund 320 Metern errichtet. Die Stadt beschreibt sie zugleich als längste Brücke Nürnbergs mit rund 317 Metern. Künftig wird die Verkehrsführung pro Richtungsfahrbahn um eine Spur reduziert und neu geordnet. Auch bei den Brücken der Hafenstraße sind konstruktive Lösungen vorgesehen, die auf Stabilität, Dauerhaftigkeit und einen störungsarmen Ablauf für den Schiffsverkehr ausgelegt sind.



Präzise abgestimmt im Bauablauf
Gemeinsam mit SRP Schneider & Partner Ingenieur-Consult GmbH bringen wir bei diesem wichtigen Infrastrukturprojekt eine eng abgestimmte Zusammenarbeit in Bauoberleitung und örtlicher Bauüberwachung ein. Gerade bei einem Vorhaben dieser Größenordnung kommt es darauf an, dass Zuständigkeiten klar greifen, Abläufe präzise ineinandergreifen und Entscheidungen ohne Reibungsverluste getroffen werden. Diese eingespielte Kooperation schafft die Grundlage dafür, den Baufortschritt planmäßig voranzubringen und die Verkehrsanbindung des Nürnberger Hafens verlässlich zu sichern.
Der nächste wichtige Schritt ist bereits absehbar: Für Juni 2026 ist der Einhub des Stromfeldes über den Main-Donau-Kanal geplant. Auch dieser Bauabschnitt verlangt eine präzise Vorbereitung, da der Kanal dafür kontrolliert voll gesperrt wird. Damit wird sichtbar, wie eng technische Planung, Bauablauf, Verkehrsführung und Schifffahrt miteinander verzahnt sind. Für alle Interessierten bietet die Stadt Nürnberg* über eine regelmäßig aktualisierte Webcam Einblicke in den Baufortschritt.
*(weiter unten: Baustellenkamera)
Große Infrastrukturprojekte lassen sich nicht neben dem Verkehr bauen. Der Verkehr ist Teil der Baustelle. Genau deshalb zählt die Verkehrsführung zu den wichtigsten Bausteinen des Projekts.
Qualität entsteht im Detail
Ein Zwischenstand ist immer auch ein Blick auf das, was für Außenstehende kaum sichtbar ist. Auf einer Baustelle wie dieser entstehen Qualität und Sicherheit in vielen kleinen Entscheidungen. Sie liegen im Prüfen von Ausführungsdetails, in der Kontrolle von Bauzuständen, in der Abstimmung mit Fachplanern, Unternehmen, Behörden und Verkehrsstellen. Sie zeigen sich in Freigaben, Nachweisen, Terminfenstern und der täglichen Präsenz vor Ort.
Dazu kommen die besonderen Randbedingungen des Projekts. Der Main-Donau- Kanal verlangt logistische Präzision. Der Uferweg im Bereich der Baustelle ist aus Sicherheitsgründen gesperrt, weil dort schwere Maschinen arbeiten und mehrere komplexe Bauabläufe parallel laufen. Auch das ist Teil einer sauberen Baustellenorganisation. Sicherheit braucht Klarheit. Und Klarheit braucht konsequente Führung auf der Baustelle.
Ein Projekt mit hoher Reichweite
Die Hafenbrücken sind für Nürnberg, den Hafen und die gesamte Metropolregion ein Schlüsselprojekt. Die Stadt selbst spricht von einem der größten und wichtigsten Infrastrukturvorhaben der kommenden Jahre. Diese Einordnung ist nachvollziehbar. Hier wird nicht nur ein Bauwerk ersetzt. Hier wird ein zentraler Verkehrsknoten für die nächsten Jahrzehnte neu geordnet.
Für CONFIDO ist dieser Zwischenstand deshalb ein gutes Beispiel dafür, was Bauoberleitung und Bauüberwachung in einem komplexen Brückenprojekt leisten. Es geht um Übersicht und Genauigkeit. Es geht um den Blick für das Ganze und die Sorgfalt im Detail. Und es geht darum, den Baufortschritt so zu steuern, dass technische Qualität, Termine, Sicherheit und Nutzbarkeit Schritt für Schritt zusammenfinden.
Der Weg bis zur Fertigstellung bleibt anspruchsvoll. Gleichzeitig ist schon jetzt gut erkennbar, wie aus vielen präzise abgestimmten Bauphasen ein neues Stück Infrastruktur entsteht.
Fotomaterial: © Ingo Bäuerlein, FRANKENAIR