Bauüberwachung am Bahnhof Themar
Die Verkehrsstation Themar erhält eine neue Personenunterführung und zwei grundlegend erneuerte Bahnsteige. Gleichzeitig werden die technische Ausstattung, die Beleuchtung, die Entwässerung und zahlreiche Kabelanlagen angepasst.
Das Projekt der DB InfraGO AG bündelt damit mehrere Fachbereiche auf engem Raum. Hinzu kommen der laufende Eisenbahnbetrieb, festgelegte Sperrpausen und hohe Anforderungen an Sicherheit und Dokumentation.
Am Zukunftsbahnhof Themar übernimmt CONFIDO Ingenieure die Bauüberwachung für die Erneuerung der Verkehrsstation und den Neubau der Personenunterführung. Zu unseren Aufgaben gehören die Termin-, Kosten- und Qualitätsüberwachung sowie die Koordination der Projektbeteiligten. Die Bauausführung übernimmt die Angermüller Bau GmbH.
Außerdem begleiten wir Abnahmen, Inbetriebnahmen und die Beseitigung festgestellter Mängel. Die Bauausführung liegt bei den beauftragten Bauunternehmen.

Mit dem Abschluss im Juli 2026 erreicht die Erneuerung der Verkehrsstation ihren vorgesehenen Endpunkt. Bis dahin greifen zahlreiche Leistungen ineinander. Deshalb behalten wir technische Schnittstellen ebenso im Blick wie Fristen, Nachweise und die sichere Organisation des Bauablaufs.
Bauüberwachung Bahnhof Themar: viele Gewerke, ein gemeinsamer Ablauf
Die Verkehrsstation liegt an den Strecken Eisenach–Lichtenfels und Rennsteig–Themar. Im Baubereich verlaufen mehrere Gleise. Außerdem grenzt ein Bahnübergang an das Projektgebiet. Diese Lage beeinflusst die Einordnung der neuen Bahnsteige und stellt klare Anforderungen an die Baustellenlogistik.
Während der Bauzeit soll der Reisendenverkehr so weit wie möglich aufrechterhalten bleiben. Daher ändern sich die Zugänge abhängig von der jeweiligen Bauphase. Zeitweise führen ausgeschilderte und beleuchtete Wege an den Arbeitsbereichen vorbei. Ein bauzeitlicher Reisendenüberweg sichert den Zugang zum Mittelbahnsteig. Absperrungen und Verkehrssicherungsmaßnahmen müssen dabei jederzeit zur aktuellen Situation passen.
Im Rahmen der Bauüberwachung am Bahnhof Themar kontrollieren wir die Baustelleneinrichtung, die Verkehrssicherung und die Umsetzung des vorgesehenen Bauablaufs. Dabei prüfen wir, ob Schutzbereiche eingehalten sind und ob Verkehrswege sicher nutzbar bleiben. Zugleich koordinieren wir die beteiligten Fachrichtungen und führen Baubesprechungen durch. Offene Punkte erhalten klare Zuständigkeiten und verbindliche Termine.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Fortschreibung des Bauzeitenplans. Die einzelnen Vorgänge müssen technisch nachvollziehbar aufeinander aufbauen. Sperrpausen, Kapazitäten, Logistik und Abnahmezeiten fließen deshalb in die Terminsteuerung ein. Regelmäßige Soll-Ist-Vergleiche zeigen frühzeitig, wenn sich Abläufe verschieben. Auf dieser Grundlage können die Projektbeteiligten rechtzeitig reagieren.
Auch Kosten und Leistungsstände bleiben fortlaufend im Blick. Wir prüfen Nachträge, Behinderungsanzeigen und dokumentierte Bauleistungen. Entscheidend ist dabei eine belastbare Zuordnung: Welche Leistung ist vertraglich vereinbart? Welcher Stand ist erreicht? Und welche Auswirkungen entstehen für Termine, Kosten oder nachfolgende Gewerke?
Die neue Personenunterführung am Bahnhof Themar
Ein Kernstück des Projekts ist der Ersatz der vorhandenen Personenunterführung. Das bestehende Bauwerk stammt aus dem Jahr 1912 und verbindet die Bahnsteige 1 und 2/3. Die neue Unterführung entsteht in versetzter Lage. Anschließend wird die alte Anlage teilweise zurückgebaut und verfüllt.
Die neue Personenunterführung wird als geschlossener Stahlbetonrahmen hergestellt. Ihre lichte Weite beträgt 2,50 Meter. Die Gesamtlänge des Rahmenbauwerks liegt bei rund 18,50 Metern. Treppen verbinden die Unterführung mit beiden Bahnsteigen. Einhausungen schützen die Zugänge vor der Witterung.


Der anstehende Baugrund und das Grundwasser verlangen eine präzise Ausführung. Deshalb ist eine dichte Baugrube mit einem geschlossenen Spundwandkasten vorgesehen. Die Spundbohlen reichen bis in wasserstauende Bodenschichten. Innerhalb der Baugrube entsteht die Unterführung als wasserundurchlässige und gegen Auftrieb gesicherte Konstruktion. Die Gründung erfolgt auf einer Fundamentplatte.
Für die Bauüberwachung ergeben sich daraus mehrere Kontrollpunkte. Wir prüfen die Baugrubensicherung, die Gründungssohle und die konstruktive Ausführung. Außerdem überwachen wir Bewehrung, Betonage, Abdichtung und die Herstellung der Raumfugen. Vermessungsdaten, Prüfzeugnisse und Gütenachweise müssen vollständig vorliegen und eindeutig zum jeweiligen Bauteil passen.
Die beengte Lage erhöht den Abstimmungsbedarf. Leitungen, Gleise und angrenzende Anlagen begrenzen den verfügbaren Raum. Gleichzeitig folgen mehrere Arbeitsgänge in fester Reihenfolge aufeinander. Daher prüfen wir die Voraussetzungen vor jedem entscheidenden Schritt. Erst wenn die erforderlichen Nachweise vorliegen und die Ausführung den freigegebenen Unterlagen entspricht, kann der nächste Abschnitt planmäßig anschließen.
Auch der Arbeitsschutz hat hier eine hohe Bedeutung. Baugruben, Gleisbereiche und schwere Geräte erzeugen unterschiedliche Gefährdungen. Deshalb kontrollieren wir die Umsetzung der einschlägigen Schutzvorgaben. Festgestellte Abweichungen werden dokumentiert, kommuniziert und bis zur Klärung nachverfolgt.
Neue Bahnsteige am Bahnhof Themar und technische Anlagen
Die beiden Bahnsteige werden grundlegend erneuert. Bahnsteig 1 erhält auf einer Länge von 115 Metern einen neuen Aufbau. Der Mittelbahnsteig 2/3 wird ebenfalls auf 115 Metern erneuert und erreicht eine Breite von 5,66 Metern. Neue Bahnsteigkanten, Betonsteinpflaster und Entwässerungsanlagen bilden die bauliche Grundlage.
Taktile Leitsysteme unterstützen blinde und sehbehinderte Reisende. Kontraste, Oberflächen und Rutschhemmung richten sich nach den Anforderungen an Personenverkehrsanlagen. Hinzu kommen neue Wetterschutzhäuser, Sitzgelegenheiten, Informationsanzeiger, Entwerter und Beschilderungen. Ein neuer Fahrausweisautomat steht künftig an der Zuwegung zu Bahnsteig 1.
Die Entwässerung folgt den jeweiligen Höhenverhältnissen. Rinnen fassen das Oberflächenwasser und leiten es in Sammelleitungen innerhalb der Bahnsteigkörper. Für den Mittelbahnsteig ist außerdem eine Leitungsquerung unter mehreren Gleisen erforderlich. Solche Arbeiten verlangen genaue Vermessung und eine enge Abstimmung mit dem Kabeltiefbau.
Die Bauüberwachung am Bahnhof Themar prüft den lagen- und höhengerechten Einbau der Bahnsteigkanten sowie den Aufbau der befestigten Flächen. Auch Gefälle, Entwässerung und Kontrollschächte gehören zum Prüfumfang. Dabei achten wir auf die freigegebenen Ausführungsunterlagen, die geltenden Richtlinien und die geforderten Materialnachweise.
Parallel entstehen neue Kabelwege. Eine Kabelquerung verbindet die technische Infrastruktur beider Bahnsteige. Kabelschutzrohre, Schächte und Kabelkanäle nehmen Leitungen für Beleuchtung, Telekommunikation und weitere Anlagen auf. Bestehende Kabel müssen während der Arbeiten geschützt, umgelegt oder nach der Umschaltung fachgerecht zurückgebaut werden.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Telekommunikation sowie der Leit- und Sicherungstechnik. Betriebswichtige Verbindungen dürfen durch die Arbeiten nicht unkontrolliert beeinträchtigt werden. Deshalb überwachen wir die abgestimmten Arbeitsfolgen und prüfen die zugehörigen Dokumentationen. Umschaltungen und Rückbauten müssen eindeutig vorbereitet und nachvollziehbar festgehalten sein.
Die neue Beleuchtungsanlage umfasst Mastleuchten an den Bahnsteigen und Zuwegungen sowie Leuchten in der Personenunterführung und den Treppenzugängen. Dazu kommen die Stromversorgung der Informationsanzeiger, Entwerter und beleuchteten Vitrinen. Die Bauüberwachung kontrolliert die Ausführung, die Prüfprotokolle und die Voraussetzungen für die Inbetriebnahme.
Bauüberwachung Bahnhof Themar bis zur Abnahme
Ein sichtbarer Meilenstein ist der Stopfgang bei Nacht. Eine Stopfmaschine bearbeitet das Schotterbett und korrigiert die Lage des Gleises. Dabei wird der Schotter unter den Schwellen verdichtet. So erhält das Gleis die vorgesehene Höhen- und Seitenlage sowie eine gleichmäßige Bettung.
Der nächtliche Einsatz nutzt ein betrieblich abgestimmtes Zeitfenster. Gerade bei solchen Arbeiten müssen Vorbereitung, Sicherung und Ausführung eng ineinandergreifen. Die Bauüberwachung begleitet den Vorgang und kontrolliert die erforderlichen Nachweise. Vermessungsergebnisse dokumentieren anschließend, ob die geforderte Gleislage erreicht ist.

Mit dem Fortschritt der Baumaßnahme verschiebt sich der Schwerpunkt zunehmend auf Prüfungen, Abnahmen und Dokumentation. Bauakten müssen vollständig und nachvollziehbar aufgebaut sein. Dazu gehören Prüfprotokolle, Vermessungsunterlagen, Materialnachweise, Bestandspläne und Freigaben. Fehlende oder widersprüchliche Angaben werden geklärt, bevor ein Gewerk abgeschlossen wird.
Auch Umwelt- und Entsorgungsauflagen bleiben bis zum Projektende relevant. Rückbau- und Aushubmaterialien müssen getrennt, untersucht und den vorgesehenen Entsorgungswegen zugeordnet werden. Die entsprechenden Nachweise bilden einen Bestandteil der Projektdokumentation. Gleichzeitig sind Vorgaben zum Baum-, Boden- und Gewässerschutz einzuhalten.
Vor der Inbetriebnahme werden die fertiggestellten Anlagen gemeinsam geprüft. Festgestellte Mängel erfassen wir eindeutig und verfolgen ihre Beseitigung. Anschließend kontrollieren wir die zugehörigen Rückmeldungen und Nachweise. Auf diese Weise entsteht ein dokumentierter Übergang von der Bauphase in den Betrieb.
Für Projekte der Deutschen Bahn sind besondere fachliche und organisatorische Qualifikationen erforderlich. Die CONFIDO Ingenieure sind für Leistungen der Bauüberwachung Bahn in den Bereichen Oberbau und konstruktiver Ingenieurbau präqualifiziert. Damit sind die erforderlichen Qualifikationen und Fachkenntnisse für entsprechende Bauüberwachungsdienstleistungen bestätigt. Weitere Informationen bietet unser Beitrag zur Präqualifikation für die Bauüberwachung Bahn.
Die Erneuerung der Verkehrsstation Themar zeigt, wie eng Ingenieurbau, Bahnsteigbau und technische Ausrüstung miteinander verbunden sind. Eine klare Koordination schafft dafür die notwendige Grundlage. Die Bauüberwachung führt Termine, Kosten, Qualität und Nachweise zusammen. So begleitet CONFIDO das Projekt bis zum Abschluss im Juli 2026.
Fotomaterial: © CONFIDO Ingenieure.